Gemeinsamer Beitrag zum Auschwitz Gedenktag

Hier findet ihr den gemeinsamen Beitrag der VVN-BdA Marl und der Roten Paprika zum Auschwitzgedenkt Tag 2009 in Marl

Auschwitz-Birkenau, deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager. 90% der 1.3 Millionen Inhaftierten Jüdinnen und Juden, Homosexuelle, KommunistInnen und Sinti und Roma wurden hier in 5 Jahren ermordet. Auschwitz war, anders als die Konzentrationslager der Nationalsozialisten konzipiert als reines Vernichtungslager. Die hierher aus allen Teilen Europas depotieren Menschen waren dem Tode geweiht…


Ende Januar ’45 befreien sowjetische Soldaten und Soldatinnen das Lager. Sie finden ein grauenhaftes Bild des Elends vor; Todkranke und bis auf die Knochen abgemagerte Häftlinge. Gestapelte Leichenberge und die Reste der Gaskammern.

7.000 Menschen werden an diesem 27. Januar durch die Rote Armee gerettet – Ein Bruchteil von denjenigen die in den Gaskammern den Tod fanden.
Am 8. Mai 1945 geht in Europa der Zweite Weltkrieg zu Ende. 60 Millionen starben im „totalen Krieg“ der Deutschen, und die Zivilbevölkerung will von den Vernichtungslagern nichts gewusst haben. Die jüdische Bevölkerung wird mit ihrer Trauer alleine gelassen. Viel zu sehr sehen sich die Deutschen angesichts zerbombter Stätdte selbst als Opfer des von ihnen verschuldeten Krieges. Kein Staat will die Juden, die die Hauptleittragenden des rassischen Vernichtungswahns der Deutschen waren, dieser Tage aufnehmen – neben den USA, die allerdings auch darauf bedacht sind die Einreise zu begrenzen, schickt sich nur Jischuw, die unter britischem Mandat stehende jüdische Bevölkerung in Palästina, an den Opfern von Terror und Verfolgung schutz zu bieten.

Dies zeigt das der Antisemitismus nicht mit Ende des NS Regimes in Deutschland untergegangen ist. Erst durch die Gründung Israels am 14 Mai 1948, also drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wird so ein geografischer Schutzraum für alle vom Antisemitischen- Wahn Verfolgten geschaffen. Wenige Stunden später erfolgt eine Kriegserklärung der halben arabischen Welt gegen den neugeborenen Staat. Dieser Krieg steht in seiner gesamten Komplexität bis heute symbolhaft für den Antisemitismus der arabischen Welt…

Israel ist bis heute die einzige Demokratie im Nahen Osten, eine blühende, pluralistische Gesellschaft, die die unterschiedlichsten ethnischen Gruppierungen und Religionsgemeinschaften impliziert. Doch auch 61 Jahre nach der Gründung, wird Israel wie kein anderer Staat angefeindet und seines Existenzrechts abgesprochen. Israel wird als einziger Staat der UN mit der Auslöschung durch einen anderen UN Staat gedroht. Dieses völkerrechtswiedrige Handeln des Irans wird bis Heute, vor allem in Deutschland, verharmlost. Genauso werden zur Zeit Ursache und Wirkung der Operation der israelischen Armee „Gegossenens Blei“ in der deutschen Öffentlichkeit wenn es um den jüdischen Staat geht vertauscht.

Der Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen begann im Jahr 2000. Seit dem Abzug der israelischen Armee im Jahr 2005 ist er sprunghaft angestiegen. Er ist also keine Reaktion auf die Teilblockade des Gaza-Streifens seit Anfang dieses Jahres, sondern Ausdruck des permanenten Krieges gegen einen Staat der eine Heimat für all jene bilden sollte, die überall sonst auf der Welt mit Pogromen rechen müssen, dem sich die Hamas verschrieben hat. 2006 feuerten palästinensische Kommandos 946 Raketen auf Südisrael. Von Juni 2007 bis zur Teilabriegelung des Gaza-Streifens Mitte Januar 2008 waren es über 1700. Insgesamt schlugen seit 2001 etwa 4000 Raketen und Granaten aus dem Gaza-Streifen auf das israelischem Territorium ein. Seit Beginn 2008 waren es mehr als 1000 Raketen und 1200 Mörsergranaten. Dutzende Grad-Raketen aus iranischer Produktion schlugen in der Stadt Ashkelon ein. In den letzten Wochen, nach der Aufkündigung der ohnehin nie eingehaltenen Waffenruhe durch die Hamas, ist der Beschuss abermals sprunghaft angestiegen. Das hierbei nur wenige Israelis – Juden – gestorben sind und „nur“ ein paar hundert verwundet wurden, liegt letzendens daran das es 64 Jahre nach Ausschwitz zum Alltag gehört, dass den Juden in Israel mit der Auslöschung ihrer Existenz gedroht wird und das gesamte Gesellschaftliche leben – jedenfalls im Süden – von einem Rotenfaden aus Raketenbunkern und Mörser-Alarm durchzogen wird. Genauso gehört es dazu dass in Deutschen Großstädten bei Protestkundgebungen von einem Holocaust der Juden an den Palästinensern gesprochen wird. Ich denke wir sind uns alle über die Konsequenz dieser Aussage bewusst.

Zur Beurteilung der augenblicklichen Situation gilt es sich in Erinnerung zu rufen, dass die Hamas keine Organisation ist, die einen wie auch immer gearteten Kompromiss oder Ausgleich mit Israel anstrebt. Sie ist eine international anerkannte Terrororganisation. Sie kämpft nicht für einen gerechtfertigten, palästinensischen Staat an der Seite, im Sinne der Zweistaatenlösung, sondern an der Stelle Israels. Und sie propagiert ganz offenen Antisemitismus, etwa in ihrer Charta, dem bis heute gültigen Programm der Hamas, wo es im Artikel 7 heißt: „Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“.

Diese Forderung unterscheidet sich letzten Endes nicht wesentlich von denen Hitlers und den Deutschen bis 1945. Dennoch wird diese Organisation, die sich bewusst zwischen Zivilisten verschanzt, und somit Kinder als lebendige Schutzschilder für ihren abstrakten Kampf für eine Welt ohne Juden missbraucht, als Opfer dargestellt.

Eine bedingungslose Solidarität mit dem Staat Israel, der eine Konsequenz aus dem Handeln unserer Großväter und -Mütter darstellt und für jeden in Deutschland lebenden Menschen selbstverständlich sein müsste, verpflichtet uns unser Handeln so ausrichten, dass kein Mensch in dieser Welt mehr auf Grund von seiner Weltanschauung, seinem Aussehen, seiner sexueller Orientierung oder eben Religion mehr verfolgt wird. Oder um es mit Adorno zu sagen:

„Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“

in diesem Sinne: Frieden – Salam- Shalom

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