Reggae – eine Kultur zwischen Homohass, Chill Out Musik und Rastakult

Reggae – eine Kultur zwischen Homohass, Chill Out Musik und RastakultWas haben Neonazis, religiöse Fundis und um die 100 Dancehall-Reggae-KünstlerInnen und Tausende ihrer Fans in aller Welt gemeinsam? Den Hass und die militante Agitation gegen Schwulen und Lesben.


Vielleicht bist du jetzt etwas geschockt. Reggae und Schwulenhass? Wie hängt denn das zusammen? Tatsächlich ist gerade in Deutschland die Geschichte der Reggae- und Rastafarikultur kaum bekannt. Somit auch nicht ihre dunklen Seiten. In Jamaica ist die Diskriminierung von Homosexuellen schon fester Bestandteil ihrer Kultur, und auch die jamaicanische Reggaemusik soll das mit ihren Texten vermitteln.
„Boom bye bye inna batty bwoy head. Rude bwoy no promote no nasty man. Dem haffi dead“ was frei und grob übersetzt in etwa heisst „Peng und tschüss in den Kopf einer Schwuchtel. Echte Kerle unterstützen keine Schwulen. Sie müssen sterben.“
Dieser Auszug stammt aus einem jamaicanischen so genannten „Battyman-Tune. Battyman ist eines von vielen  Schimpfwörtern für Schwule. Offene Aufrufe zur Gewalt werden mit sanften Rhythmen und der Slang-Sprache Patois in Harmonie gebracht. Den meisten Fans sind solche Textinhalte gar nicht bewusst.
Wer sich aber näher mit dem Thema befasst muss schon mit dem Kopf schütteln. Solche Texte kennt man doch eigentlich aus schlechtem Rap oder tatsächlichem offenen Rechtsrock.“Und jetzt bringen wir was gegen Schwule…!“  – Mit diesen Worten leitete der MC des Zürcher Dubversive Soundsystems am 14. März 2008 auf englisch seinen Song ein. Proteste der Besucher trafen bei ihm auf totales Unverständnis. „Das gehört nun mal zur jamaicanischen Kultur, da könnt ihr doch nichts gegen sagen!. Das ist eine der zahlreichen Ausreden homophober Reggae-Künstler. Der bereits erwähnte MC trumpfte sogar noch mit einer ganz besonderen Karte auf:
„Dann bringen wir halt was gegen Schwule von Bob Marley, den könnt ihr nicht verbieten…“
Gerade bekannte und beliebte Künstler wie Bob Marley hätten ein Zeichen setzten können und müssen. Für ihn ist es nun natürlich zu spät, aber jeder Musiker trägt seine persönliche Verantwortung.Wie aber können wir als Reggaefans ein solches Problem anpacken? Zuerst sollte die eigene Plattensammlung einmal auf besagte Inhalte untersucht werden. Jeder kann sein persönliches Statement zu dem Thema abgeben. Einfach mal den Mund aufmachen wenn ihr solche Hass- Parolen mitkriegt.
Proteste haben schon früher etwas bewirkt, wie zum Beispiel bei dem geplanten Konzert des Musikers „Beenie Man („wenn ihr Schwule verbrennt [...] und Lesben*** mit einem langen Stück Seil erhängt, dann lasst mich die Hände oben sehen, frei übersetzt aus dem Englischen) in Hamburg, das aufgrund von Protesten der Fans des 1.FC St.Pauli dann abgesagt wurde.Unser Ziel ist es, Reggaefestival-Besucher zum Nachdenken zu bewegen, und so der Homophobie in der Gesellschaft ihren Platz zu entziehen.
Reggae sollte für Frieden und Spaß an der Musik stehen.
Hetze gegen Andersdenkende hat hier nichts zu suchen!

2 Kommentare

  1. Interessanter Text…
    muss sagen, ich höre gerne Reggae und das bleibt auch so! Klar gibt es „solche“ homophoben Leute…aber auch andere, bitte nicht vergessen ;-)
    Auf spiegel-online gibts einen sehr Interessanten Artikel dazu- auf jedenfall mal lesen!

  2. Sehr guter Text.
    Werde mich gleich dran machen die Platten meines Vaters zu säubern.xD


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