*folgendes wird nicht von allen Mitgliedern der Roten Paprika getragen:
Am Samstagabend spielte die, durch die Songs „Selbst Gemacht“ und „Kein Sex mit Nazis“, innerhalb des linken Spektrums heftig diskutierte Band „Die Bandbreite“ aus Duisburg beim „Fest der Linken“ in der Berliner Kulturbrauerei. Das für die BesucherInnen kostenlose Konzert auf das sich nur wenige Gäste verirrten zeigte, dass schlechte Musik in Kombination mit Texten bestehend aus Homophobie und strukturellem Antisemitismus anscheinend selbst auf solchen Festen nicht angesagt ist. Das verteilen von Aufklärungstexten über die Band tat dabei ihr übriges.
Nachdem der Sänger Wojna, bekleidet mit einem T-Shirt auf dem Adolf Hitler und das Hakenkreuz gleichgesetzt waren mit George W. Bush und der US-Amerikanischen Flagge – Aufschrift „Same Shit – Different Asshole“ anfing den ersten Song vor ca. 11 Gästen zum Besten zu geben, verteilte eine kleine Gruppe die Infozettel mit unten stehendem Text im, eine größere vor dem Saal . In der Folge verließen 4 Gäste sofort, 3 nach wenigen Minuten den Konzertsaal. Insgesamt kamen nur circa ein halbes Duzend „Fans“ die sich nicht davon abbringen lassen wollten, die Band zu unterstützen. Das änderte aber nichts an der alles im allem sehr blamabelen Vorstellung für Band und Veranstalter, der sich im Vorfeld nicht davon hatte abbringen lassen wollen die Band wieder auszuladen.
Der Flyertext:
„Die Bandbreite“ rocken nicht -
Homophobie und struktureller Antisemitismus sind nicht cool!
Bei den “Fest der Linken“ wird viel Programm geboten. Da darf Musik natürlich nicht fehlen. Politisch engagierte Bands sind Grundlage jedes politischen Festes, aber bei der Auswahl sollte man lieber genau hingucken!
Bei der Band „Die Bandbreite“ die am Samstag abend spielen soll handelt es sich um eine Band die in der linken Szene schon oft zu Streitereien führte. Ihre Texte beinhalten das ganze Spektrum der Weltverschwörung bis hinzu homophoben und geschichtsrelativierenden Zeilen. So wird in dem Lied mit dem eigentlich schönen Titel „Kein Sex mit Nazis“ behauptet, dass Adolf Hitlers Vernichtungsfeldzug darauf zurückzuführen sei, dass er wegen sexueller Unbefriedigung „angepisst“ (Originalwortlaut) sei. Ebenfalls elementar für die Argumentation der Band ist der Gedanke, das hinter allem Übel in der Welt die USA oder der Staat Israel, der den Überlebenden des Holocausts Schutz vor neu aufkommenden Antisemitismus bieten soll, stünde(Beispiel ist der Song „Selbst gemacht“). So werden neben Täter-Opfer-Verdrehungen auch antisemitischer Stereotypen wie „Weltfinanztum“ benutzt um den Kapitalismus zu kritisieren. Diese Form der Kritik ist nicht nur stark verkürzt, und kommt dem wirklichen Übel der Auswüchse des Kapitalismus nicht gleich, sondern reduziert auch komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge auf eine konspirative Kleingruppe von „Drahtziehern“.
Damit spielt die Band Neo-Faschistischen Strömungen in die Hände. Das Lied „Selbst gemacht“ wurde bereits auf Demonstrationen der selbsternannten „Autonomen Nationalisten“ gespielt. Da wird deutlich das diese Form der Kritik einen dumpfen Populismus impliziert der der linken Bewegung nur schadet, und so auch zur Spaltung führt.
Deswegen sagen wir – in einer emanzipatorischen „Linken“ haben solche Bands nichts zu suchen!
EDIT: Ergänzender WAZ Artikel http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2008/7/31/news-66079726/detail.html
4 Kommentare
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leute, wir linken sollten endlich aufhören uns zu zerfleischen. was schert es mich wenn die bandbreite von autonomen nationalisten gehört wird. die tragen auch palitücher und cheguevara-shirts. muss ich deswegen che postum scheisze finden?
stattdessen sollten alle linken junge welt lesen, die gut beschreibt, wie israelische kommunisten diesen angriffkrieg in gaza verurteilten. wir linken sind nämlich gegen jeden krieg, vor allem, wenn er von einem imperialistischen staat ausgeht, wie zb israel einer ist. wir sollten uns von einer sippenschuld lösen, welche nur den rechten in die tasche spielt. keine solidarität mit israel, nur weil es überlebende des holocaust gegründet haben. system bleibt system, imperialismus und unterdrückung gleich imperialismus und unterdrückung. open your mind! stärkt den linken underground in israel. wer israel bedingungslos unterstützt ist auf dem holzweg.
Nicht weil die Raketen, die von Gaza aus in Israel einschlagen, in Deutschland fabriziert würden tragen wir Schuld. Auch nicht, weil die Flugzeuge, die den Tod nach Gaza tragen aus deutschen Fabriken stammten. Sondern weil es Israel nur gibt und geben muss, weil es Auschwitz gab. Weil es Israel so lange geben muss, bis dem deutschen Imperialismus mit schweren Hämmern die Zähne eingeschlagen sind, für immer. Weil es Israel so lange geben muss, bis diejenigen, die damals Auschwitz bauen ließen, und sich nichts dachten dabei, und die nach dem großen Krieg ihre Hände in Unschuld wuschen, und sich nichts dachten dabei, und die ein ganzes Land, die DDR annektierten, und sich nichts dachten dabei, und die ungerührt Milliarden machen und Millionen arbeitslos, und sich nichts denken dabei – bis Ruhe ist mit dem Geschmeiß. Erst dann, und keinen Tag früher wird von der Sicherheit für jüdische Menschen, wird von der Sicherheit Israels die Rede sein können. Und von Palästinas Sicherheit. Nicht Unseres ist es, über die Regierung Israels zu Gericht zu sitzen oder über die Führung des palästinensischen Volkes. Das werden diese Völker selber tun, wenn ihre Zeit gekommen ist. Dafür brauchen sie uns nicht. Unseres ist es, dass die Arbeiterklasse Israels und das palästinensische Volk weiß und erlebt: wir sind an ihrer Seite wenn sie dem Brudermord ein Ende machen, gegen ihre Herren. Wozu sie uns brauchen ist, dass die Synagogen nicht mehr brennen in diesem Land, dass die braune Scheiße nicht schon wieder aus allen Ritzen rinnt, dass der staatliche Rassismus, der Notstand uns wehrlos macht und hoffnungslos. “ ’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,/ Und rede du darein!/’s ist leider Krieg – und ich begehre/ Nicht schuld daran zu sein!“ Das sang Matthias Claudius 1778, und das war auch schon damals schön gereimt und falsch gedacht, aber so deutsch hätten wir es auch jetzt wieder gern. Denn wir sind doch schuld daran. Nach Auschwitz kann es für uns nur heißen: Der Hauptfeind steht im eignen Land. Es ist noch immer der, der Auschwitz bauen ließ, und noch immer der, der Israel notwendig macht.
Exekutivkomitee
Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, 14.1.09
Hallo,
was soll das? Wurde der Kommunismus nicht deshalb gegründet, um den Leuten die Köpfe zu verdrehen, damit zionistische Interessen verfolgt werden? Das ist doch heute auch nicht anders! Daher ist es egal was Israel macht! Wichtig ist, dass wir noch immer zionistische Interessen verfolgen! Israels Existenz steht außer Frage! Desweiteren ist anzumerken, dass ohne den Angriff unter falscher Flagge am 11. September die Bevölkerung wohl nur sehr schwer von dem Angriffskrieg gegen Afghanistan und den Irak umgestimmt worden wäre! Daher müssen wir die gute Lüge des 11. Septembers aufrecht erhalten!
Euer Genosse,
Zeitgeist
Kritisches zur „Bandbreite“ gibt es hier:
http://reflexion.blogsport.de/2009/03/26/verschwoerer/