Stellungsname der Roten Paprika zur Jugendgewalt

Stellungsname der Roten Paprika

Die Rote Paprika sieht sich als Teil der linken Jugendbewegung in und um Marl und als solche fühlten wir uns veranlasst die Geschehnisse der letzten Zeit zu kommentieren.

Wir sind uns im Klaren, dass es Jugendkriminalität in Marl gibt und dass sie ansteigt. Dies ist ein strukturelles Problem, welches nicht wie viele MarlerInnen behaupten in der Nationalität, sondern in der sozialen Herkunft und der Umgang damit liegt.

Es ist falsch hier anzusetzen und zu sagen, dass das ein Problem „der Ausländer“ ist.

Das Problem sind wir alle. Wir müssen versuchen die Kriminalität im Kern an ihrer Wurzel und somit an der sozialen Ungerechtigkeit zu bekämpfen also für eine friedlichere Umwelt sorgen, anstatt irgendwelche “Sündenböcke” für die Fehler der Vergangenheit zu suchen, wie es schon immer deutsche Tugend war. Und wenn man etwas genauer überlegt, erkennt Mensch, dass die Stadt/ der Staat selbst für die Gewalt verantwortlich ist, da sie durch jahrelanges nichts tun die Chancenlosigkeit schaffte, die Jugendliche heute veranlasst auf der Straße herumzulungern.

Die ForSa-Umfrage und die Friedrich Ebert Studie zeigen sehr deutlich, dass es rechtes Gedankengut auch mitten in der Bevölkerung gibt. Und an diesem Beispiel zeigt sich wie schnell subtiles rechtes Gedankengut auf einmal öffentlich propagiert wird.

Es gibt ein Problem mit der nationalen Identifikation die der Deutschen und die der nicht Deutschen. Das führt schlussendlich dazu, dass, wenn es um die Wahrnehmung von Straftaten geht, ein sehr verzerrtes Bild entsteht. Deutsche weisen gerne den Vorwurf des “Rechts sein” zurück, sind es aber strukturell doch, wenn sie sich zum Beispiel, wie in den Leserbriefen, über ihre Nationalität und Hautfarbe definieren.

Unser Ziel ist es sicher nicht, alle Leute als Nazis zu bezeichnen und wir wissen auch, genau wie es alle anderen wissen sollten, dass öffentliche Hetzreden nicht zur Verständigung und zur Lösung des Problems beitragen.

Zur “Marler Jugend” gehören auch “AusländerInnen” daher kann der Weg zu einer Lösung nur gemeinsam im Dialog mit den Betroffenen möglich sein.

Wir denken, dass es nutzvoll sein könnte die Unterschriften zu hinterfragen und nach zu forschen, ob diese wirklich von allen angegebenen SchülerInnen des GSG so unterschrieben worden ist oder ob sie, wie uns einige mitteilten, doch unter anderen Umständen gesammelt worden sind.

Wir möchten anmerken, dass die Täter am GSG und an der Disko einen “Deutschen Pass” hatten. Somit sind sie Deutsche und auch als solche zu bezeichnen. Denn wie sonst definieren wir deutsch wenn nicht über den Pass? Über Haar und Hautfarbe?

eure

Rote Paprika

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